Die Berlins in Panama:
Ein persönlicher Reisebericht für alle mit Fernweh und dem Mut, neue Wege zu gehen
Von Gertrud Berlin
Gertrud und Eckhard Berlin gewannen in einem ForestFinance-Preisausschreiben eine Reise nach Panama. Obwohl sie seit vielen Jahren keine Fernreisen unternommen hatten, machte sich das sympathische Ehepaar auf den Weg. Für unseren Newsletter haben sie ihre Abenteuer aufgeschrieben. Und weil der Bericht mit sehr viel Herz geschrieben wurde, präsentieren wir ihn in voller Länge – über das übliche Maß unserer Newsletter-Texte hinaus.

Gewinner der Panamareise: Kunden Gertrud und Eckhard Berlin vor dem ForestFinance Büro in Panama City mit Carina Weber vom Kundenservice Panama.
Foto: ForestFinance/Silke Berger
Beim CacaoInvest-Gewinnspiel von ForestFinance lockte ein lukrativer Preis: eine einwöchige Panamareise. Fortuna traf ihre Wahl und sie fiel auf mich. Allerdings war ich seit mehr als 40 Jahren nicht mehr richtig gereist. Mit der Freude über den Gewinn kamen also auch Bedenken, ob ich einer solchen Unternehmung überhaupt gewachsen sei. Schnell war mir klar, dass ich diese Reise auf jeden Fall zusammen mit meinem Mann machen wollte und dass sie auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sein sollte.
Was zuerst fast unmöglich schien, wurde dank der freundlichen Hilfe der ForestFinance-Teams in Bonn und Panama-City ein knappes Jahr später wahr. Ende Januar hieß es also: Auf nach Panama! Es war durchaus eine Reise ins Ungewisse: wir, beide Senioren, ausgestattet zwar mit den zeitgemäßen Rucksäcken unserer Kinder, aber so gut wie keinen Spanischkenntnissen, nur leidlichem Schulenglisch und keinerlei aktuellen Reiseerfahrungen. Meine Sorge, dass uns das alle Welt anmerken würde, wich jedoch spätestens am Frankfurter Flughafen dem erhebenden Gefühl von Freiheit und Weltzugehörigkeit, welches das Reisen so spannend macht.
Nach einem ruhigen Flug empfing uns Jesús Sánchez, der Fahrer von ForestFinance, und brachte uns nach Clayton, wo sich das Büro von ForestFinance sowie ein firmeneigenes Gästehaus befindet, in dem wir übernachten konnten. Bei Clayton kann man übrigens auch die Kanalschleusen Miraflores besichtigen. Während der Fahrt wies uns unser Fahrer stolz auf die gigantischen Hochhäuser von Panama-City hin sowie auf große, im Bau befindliche Wohnsiedlungen. Unmittelbar daneben waren allerdings auch eng gedrängt, unzählige Behausungen der ärmsten Bevölkerung zu sehen.
In der ersten Zeit konnten wir es noch gar nicht fassen, plötzlich in Mittelamerika zu sein. Die angenehme Wärme und der gepflegte, ehemals amerikanische Wohnbezirk hätten auch in Europa sein können. Die eindrucksvollen alten Tropenbäume rundum erinnerten schon eher an märchenhafte Urlaubsprospekte. Den faszinierenden Unterschied machen jedoch die Menschen aus. Eine bunte Mischung aller Hautfarben und aller sozialen Schichten prägen den Alltag in Panama. Ins Auge fallen dabei sehr verschiedenartige indigene Gruppen, deren Frauen in den jeweils stammesüblichen Kleidern leuchtend bunte Akzente setzen. Besonders exotisch erschienen uns erstmals die Frauen der Kuna, die in der Altstadt von Panama-City ihre kunstvollen Handarbeiten anboten. In Blusen und Wickelröcken, alles in Paradiesvogelfarben, die Unterarme und Waden in ebenso bunte, lange Perlenschnüre eingewickelt, wirkten diese schmalen, kleinen Gestalten trotzdem eher streng und zurückhaltend. Bei diesen Ureinwohnern, die in der Provinz San Blas (Karibikküste) zu Hause sind, verbrachten wir drei schöne Tage auf einer der unzähligen kleinen Kokospalmeninseln in einer traditionellen Bambushütte. Das blaue Meer, der warme weiße Sand und die stets laue Luft brachten uns vollends in Urlaubsparadiesstimmung und die Kuna erwiesen sich als aufmerksame, liebenswürdige Gastgeber.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Reise führte uns in die Provinz Chiriquí an der Pazifikküste, in der sich die ältesten Anpflanzungen von ForestFinance befinden und wo wir wiederum in dem schönen kleinen, neu erbauten Gästehaus in Las Lajas wohnen konnten. Hier umgab uns das pure Landleben. Freilaufende Hühner in ungewöhnlichem Federkleid und Pferde überall. Pferde wohl deshalb, weil gerade eine einwöchige Fiesta zu Ehren einer Heiligen stattfand. Von der „Prozession“ am Abend bekamen wir noch eine fröhliche Gesellschaft reitender Dorfbewohner allen Alters mit, voraus die Dorfband, die auf der kleinen Ladefläche eines Pkw platziert war und Blechmusik zum Besten gab. Bis in die Morgenstunden waren die Feiernden wahrzunehmen. Wir genossen unsererseits noch lange den wunderbaren Sternenhimmel auf der Terrasse des Gästehauses.
Am nächsten Vormittag stand die Besichtigung zweier Fincas an. Förster Sebastian Gräfe, ForestFinance-Fachmann in Sachen Tropenwald, zeigte uns zuerst eine Finca mit einer Baumschule, wo verschiedenartige Baumsetzlinge unter einem riesigen Planendach großgezogen werden. Danach fuhren wir zu der Finca mit dem ältesten Baumbestand. Hier konnten wir staunend bewundern, wie unglaublich groß die Bäume in nur 15 Jahren werden. An beiden Plätzen wurde uns die spezielle Ausholzungstechnik von ForestFinance erklärt, welche es ermöglicht, dass die schönsten und schnurgeraden Bäume genügend Licht und Platz zum optimalen Dickenwachstum bekommen. Die Anlagen machten einen gepflegten, gut bewirtschafteten Eindruck. Am Abend zeigte uns Stefan Haas, Mitarbeiter bei ForestFinance und Mitbewohner im Gästehaus, seine neu erstellten, noch unveröffentlichten Luftaufnahmen von Waldflächen, die er mit einer faszinierenden Heliumballontechnik aufgenommen hatte. ForestFinance ist mit 30 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Las Lajas und wie wir erfuhren, ein sehr sozial eingestellter obendrein. Es freut uns, an einer solchen Firma beteiligt zu sein.
An dem wunderschönen, kilometerlangen und fast menschenleeren Strand von Las Lajas war es uns für längere Zeit doch zu heiß. Nach einem vorzüglichen Abendessen im kolumbianischen Strandlokal Panamax beschlossen wir deshalb, den Rest unserer Zeit etwas weiter westlich im Bergland zu verbringen, wo Nebelwald für gemäßigtere Temperaturen sorgt. Über andere Reisende hatten wir von einer einsamen Herberge gehört, die von der Straße David – Bocas aus über einen steilen Fußpfad zu erreichen war. Hier oben hatte man eine herrliche Aussicht, unter anderem auf den Vulkan Barú im Hintergrund. Wir konnten von hier aus eine interessante Tour zu einer kleinen organischen Kaffeefarm machen und größere und kleinere Wanderungen durch den wilden Bergwald unternehmen. Besonders bestaunten wir die verschiedenartigsten Pflanzen, darunter unzählige Orchideenarten, die an der Rinde von Bäumen wuchsen. Nach stürmischen Nächten lagen solch schöne Gewächse einfach am Boden herum.
Letzte Etappe war Boquete, der bei Touristen beliebte Bergort in der Nähe des Vulkans. Hier genossen wir die schöne Landschaft in der nahen Umgebung, einen Ausflug zu den heißen Schwefelquellen von Caldera und nicht zuletzt das bunte Treiben im Ort selbst. Auffallend schön hatten die Einwohner ihre kleinen Vorgärten mit blühenden Pflanzen und Sträuchern angelegt. Auch am Wochenmarkt wurden zahlreiche Zierpflanzen verkauft. In Boquete waren ausschließlich Ureinwohner vom Stamm der Guaymí zu sehen, die wohl hauptsächlich auf den großen Kaffeeplantagen beschäftigt waren. Ihre Frauen trugen weite, bodenlange Kleider.
Besonders gefiel es mir, in öffentlichen Bussen und an Busbahnhöfen ungestört die Menschen zu beobachten. An solchen Plätzen halfen uns Passanten oft unaufgefordert und sehr freundlich bei unseren kleinen Problemen, die mitunter wegen des Sprachdefizits auftraten. Bei Orten, die nur mit dem Taxi erreichbar waren, machten wir da weniger gute Erfahrungen. Zwar gibt es an belebten Stellen massenhaft Taxis, und die Fahrpreise sind üblicherweise nicht hoch, aber die Tricks mancher Taxifahrer, sich an arglosen Touristen wie uns zu bereichern, durchschauten wir leider immer erst, wenn es zu spät war.
So hatten wir während unserer kurzen Zeit in Panama eine Vielfalt von Erlebnissen und auch schöne persönliche Begegnungen. Inzwischen wissen wir, dass dieses kleine Land noch viel mehr zu bieten hat. Unsere Reise verlief ohne jegliche Gesundheitsstörungen (wir sind ungeimpft) oder sonstige Probleme, und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Dieser reibungslose Ablauf war möglich durch eine gründliche Planung, bei der uns Johanna Schmid-Lindner in Bonn zur Seite stand, und durch tatkräftige Unterstützung in Panama City durch Carina Weber und Petra Kollmannsberger, die uns mit wichtigen Dingen wie Besucher-Handy und Trinkflaschen ausstatteten und uns manchen Insidertipp gaben. Wir danken dem engagierten ForestFinance-Team für dieses unvergessliche Reiseerlebnis.



