Mit dem Fahrrad quer durch Panama
Dr. Arend Heises abenteuerliche Fahrt zu den ForestFinance Forsten
Von Alexander Watson
Jedem, der einmal in den Tropen gewesen ist, wird die drückende, schwüle Hitze in Erinnerung bleiben. Wenn nicht gerade Wolken am Himmel sind, ist es außerhalb des Schattens kaum auszuhalten. Bewegungen fallen Mitteleuropäern viel schwerer als in ihrer Heimat und treiben ihnen den Schweiß auf die Stirn. Die Menschen, die hier in Panama leben, sind besser an die Hitze gewöhnt. Dass jemand mit dem Fahrrad das Land durchqueren will, erzeugt jedoch auch bei ihnen einen ungläubigen und fragenden Gesichtsausdruck. Als ich erzähle, dass die Person bereits 67 Jahre alt ist, halten sie die Geschichte für einen Scherz. Auch mich beeindruckt das Vorhaben unseres Kunden, mit dem Fahrrad ganz Panama und einen Teil Costa Ricas zu durchqueren, da ich die Hitze und die holprigen Straßen nur zu gut kenne.

Waldbesitzer Dr. Arend Heise auf dem Weg von Las Lajas nach Costa Rica
Mit einem Fahrrad, zwei Wasserflaschen, Kompass, Karte und leichtem Gepäck macht sich ForestFinance Kunde Dr. Arend Heise von Panama City auf den Weg Richtung Darién, den unberührtesten Teil Panamas. Um die östlichste Stadt Panamas, Yavize, die am Ende der Panamericana liegt, zu erreichen, muss er eine Teilstrecke mit dem Motorboot zurücklegen, den Rest bewältigt er mit dem Fahrrad.
Zurück über Panama City geht es dann Richtung Costa Rica. Auf dem Weg legt er einen Zwischenstopp in Soná ein. Hier nehmen wir ihn in Empfang. Wir, das sind mein Kollege, Sebastian Gräfe, und ich, beide Förster bei ForestFinance. Gemeinsam besichtigten wir die zwei Hektar, die Dr. Heise 2006 von ForestFinance pflanzen ließ – Mischwälder, die bereits eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreicht haben. Meinen Erläuterungen zu den ökologischen Vorteilen der Mischwälder gegenüber Monokulturplantagen stimmt Dr. Heise zu. Ob hier viele Tiere leben, möchte er wissen. Das kann ich guten Gewissens mit „ja“ beantworten. Noch während dieser Besichtigung entdecken wir eine Anolis-Echse, die sich als Fotomodell zur Verfügung stellt. Selbst habe ich schon häufig Affen und Gürteltiere gesehen. Schmetterlinge und Vögel sind allgegenwärtig.

Anolis-Echse in den ForestFinance Forsten
Entlang der Küstenstraße fahren wir weiter nach Las Lajas, vorbei an mit Bromelien und Orchideen bewachsenen Bäumen. Wir erreichen den Ort bei Anbruch der Dunkelheit, doch wir fahren noch ein paar Kilometer weiter, denn wir wollen den Abend mit Dr. Heise am Strand verbringen. Das warme Wasser des Pazifiks lädt zum Baden ein und auch der Nachthimmel zeigt sich von seiner schönsten Seite: Das Licht der Sterne spiegelt sich im Wasser und lässt die Gischt funkeln wie tausend Glühwürmchen.
Am nächsten Morgen besuchen wir die älteste Finca von ForestFinance. Hier sieht sich Dr. Heise einen vor mehr als 13 Jahren angepflanzten Mischwald an. Der hohe Unterwuchs und die feuchte, noch morgendlich kühle Luft erwecken mehr das Bild eines Naturwaldes als das einer Plantage. Das Zwitschern der Vögel und das laute Grillenzirpen lässt einen vergessen, dass dieser Wald einmal auf trockenen Viehweiden gepflanzt wurde.

Dr. Arend Heise vor dem ForestFinance Büro
Wir verlassen den Wald und bringen Dr. Heise voll neuer Eindrücke zu seiner Unterkunft zurück. Bis zur Hauptstadt Costa Ricas, San José, plant er noch zu radeln – ein weiter Weg. Von dort will er zurück nach Deutschland fliegen.
Nach einer herzlichen Verabschiedung geht Dr. Heises abenteuerliche Reise weiter. Wir wünschen ihm viel Glück und interessante Erfahrungen auf seiner Fahrt. Mit Bewunderung für seine Kondition sehen wir ihn davonfahren.


